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Culture and Spaceflight

Technologische Innovationen wurden in der Menschheitsgeschichte oft von einzelnen Individuen vorangetrieben, die mit Mut und idealistischer Zielsetzung unkalkulierbare Wagnisse eingingen und somit über ein erhöhtes Risikoverhalten verfügten. Dies lässt sich auch für die Frühzeit der Luft- und Raumfahrt feststellen. Dem steht ein insbesondere in heutigen komplexen Gesellschaften gleich legitimes Sicherheitsbedürfnis entgegen. Die Arbeitsgruppe Kultur und Raumfahrt untersucht anthropologische, historische, gesellschaftliche und ethische Konzepte der Integration von Risiko und Sicherheit im Hinblick auf eine noch zu fundierende Ethik der Raumfahrt.

Zudem wird die Ideengeschichte und Philosophie der Raumfahrt erforscht, die bis in die Antike zurückreicht. Gegenwärtige Schwerpunkte sind der Platonismus, die  Extraterrestrik in der Renaissance, die Science Fiction im 17. Jahrhundert, Kants Ästhetik des Erhabenen, Schellings Universalismus, die Zukunftsromane um 1900 bis in die 1920er Jahre, die Raumfahrtpioniere der Weimarer Republik, die russische Raumfahrtphilosophie, der Suprematismus in der russischen Avantgarde, die Raumfahrtideen in den 1950er und 1960er Jahren, die Gruppe Zero, Ernst Blochs "Ontologie des Noch-Nicht-Seins", Hans Blumenbergs "Die Vollzähligkeit der Sterne" und Günter Anders "Der Blick vom Mond". Es werden auch Filmklassiker zur Raumfahrt untersucht. Systematisch stehen die Metaphysik, Raumontologie, Anthropologie und Erkenntnistheorie im Fokus.

Die Lehre der Arbeitsgruppe Kultur und Raumfahrt ist interdisziplinär ausgerichtet. Es werden Lehrveranstaltungen fachübergreifend für die Fakultät für Maschinenbau und für die Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften angeboten.

Team:

Dr. phil. Marie-Luise Heuser