SpaceDebris

Zusammen mit Partnern aus insgesamt 7 Nationen hat das Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig im Auftrag der ESA (European Space Agency) eine Studie zur Machbarkeit eines Servicesatelliten für geostationäre Nutzlasten erarbeitet. Solche Nutzlasten sind z.B. Nachrichten- Fernseh- und Wettersatelliten.

 

Aufgabe des ROGER (Robotic Geostationary Orbit Restorer) genannten Satelliten ist das Entfernen ausgedienter Satelliten aus dem geostationären Ring und deren Beförderung auf eine sogenannte Friedhofsbahn ca. 400 km oberhalb der geostationären Bahn. Unter der Voraussetzung, dass in Zukunft internationale Vereinbarungen eine solche Entsorgung vorschreiben, kann diese kostenpflichtige Dienstleistung Satellitenbetreibern, wie z.B. SES/Astra mit den bekannten TV-Satelliten, angeboten werden. Der Nutzen der Satellitenbetreiber liegt in einer Verlängerung der operationellen und damit profitbringenden Phase um 12-18 Monate, da kein Treibstoff mehr für den Transfer in die Friedhofsbahn vorgehalten werden muss.

 

Nach der derzeitigen Planung würde ROGER, der mit der europäischen Trägerrakete Ariane 5 gestartet werden soll, pro Mission 20 Satelliten „entsorgen“ können.

 

Eine große Herausforderung stellt bei ROGER das „Einfangen“ der Satelliten dar. Hierfür sind zwei verschiedene Verfahren geplant. Das erste Verfahren sieht den Einsatz eines über ein Seil mit ROGER verbundenen Wurfnetzes vor, dass sich um das Zielobjekt schnürt. Mit Hilfe gezielt geplanter kurzer Schubmanöver, die auch sicherstellen sollen, dass sich das Seil nicht entspannt, wird der zu entsorgende Satellit auf die Friedhofsbahn befördert. Dort angekommen, kappt ROGER das verbindende Seil, und Satellit sowie Netz verbleiben in der Friedhofsbahn. ROGER führt dann wieder Schubmanöver durch, die ihn die Nähe des nächsten zu transportierenden Objektes führen. Für jedes weiter Transfermanöver muss ein weiteres Netz mitgeführt werden. Das zweite Verfahren sieht den Einsatz eines durch ein Seil mit Roger verbundenen Greifarms vor. Der Transfer zur Friedhofsbahn würde ebenfalls mittels gezielt geplanter kurzer Schubmanöver erfolgen. Allerdings ist der Greifarm im Unterschied zum Netz mehrfach verwendbar.

ROGER Study Team:

 

Astrium GmbH, Bremen (Hauptauftragnehmer)

Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme, TU Braunschweig

EADS Launch Vehicles, Frankreich

DLR – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, München

Universität Delaware, USA

MacDonald Dettweiler Space Robotics Ltd., Kanada

Space Applications Services, Belgien

Tohoku Universität, Japan

SES/Astra, Luxemburg